What happened to Crossmedia?

Buzzwords gehören zum Medienbusiness. Und wie alles, was zum Mediengeschäft gehört, sind sie vergänglich. Cross-Media war einmal der „heißeste Scheiß“. Aber Hand aufs Herz: Crossmedia ist längst Schwarzbrot und wird nicht mehr mit Radio in Verbindung gebracht. Daran ist der Hörfunk selbst schuld. Jeder von uns. Zu lange haben wir uns damit begnügt, an Radiokampagnen eine banale Webapplikation zu hängen.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir uns einfach an die „neuen“ und inzwischen ebenfalls „alten“ Medien einfach anbiedern wollten. So wie wir es damals gegenüber dem TV mit dem „Visual Transfer“-Konzept  gemacht haben. Alles nicht grundsätzlich falsch, aber dabei haben wir vergessen, was Radio im Kommunikationsdschungel so einzigartig macht: Die Fähigkeit, schnell und räumlich gezielt auch den Konsumenten einen „Call-to-Action“ zukommen zu lassen, die aktuell nicht nach Angeboten oder Images suchen. Radio ist ein gutes Aktionsmedium – und wird es potentiell auch bleiben.

Insofern sollte man „Crossmedia“ den vielen Experten überlassen, die es dafür inzwischen gibt. Den Kreativagenturen, den Medianetworks, in Teilen auch den großen TV-Ketten. Das heißt nicht, Online-Applikationen aufzugeben. Nein, sie müssen nur die Kernstärke des Radios, den „Call-to-Action“ ergänzen.

Ich habe immer noch den Traum, Radiospots und Beilagen zu integrieren. Radio lenkt dort die Aufmerksamkeit auf Aktionsangebote, wo gar kein Interesse für diese vorhanden ist. Und leitet dann in einem zweiten Schritt dieses Interesse auf webgestützte oder mobile Abbildungen von Aktionsangeboten. Das ganze aus einer Hand. Ich glaube, dass ein solches Produkt als ein kleiner Baustein auch für die großen „Crossmedia-Experten“ interessant sein könnte. Und ein kleiner Baustein wäre schon ein großer Erfolg für das Tertiärmedium Radio.

 

(Bild: Paul-Georg Meister  / pixelio.de)